Angepinnt Album "Infinite"

      Sehr betroffen macht mich allerdings, in welchem Umfeld sich "inFinite" befindet. Geht denn der Mainstream wirklich wieder in Richtung Wuermeling und Fuffziger Jahre? Mediziner, Psychologen und andere Berufene warnen doch seit ewigen Zeiten, dass solche "Musik", häufiger gehört, zu einer Regredierung des menschlichen Bewusstseins auf Trump-Niveau führt. Und das bedeutet (wenn wir Adorno Glauben schenken, was angebracht ist), dass in absehbarer Zeit die Lurche die Weltherrschaft übernehmen. InFinite als Retter der Aufklärung gegen tumben Atavismus - das wäre noch mal eine richtig schöne Geschichte. Rock on! nainallig
      Auch bei den media-markt-Charts muss man hinter "inFinite" schon genau hinschauen, um wirklich gute Musik zu finden. Steve Hackets "Night of Siren" beispielsweise findet man mal gerade auf Rang 86. Zwischen Rang 1 und Rang 86 findet sich jede Menge akustische Umweltverschmutzung. Na bravo! Rock on! nainallig ?(

      Zweiter Gitarrist auf Infinite

      Es ist ja schon an verschiedenen Stellen darüber berichtet worden, dass Tommy Denander, ein schwedischer Studio-Gitarrist einen Chord auf "Infinite" spielt, weil dieser Chord wohl von Steve Morse fehlte.

      Das ganze soll in weniger als eine Minute eingespietl worden sein.

      Jetzt habe ich auch gelesen, auf welchem Songs das ist: "On Top Of The World". Lustiger kurzer Bericht:

      ultimateclassicrock.com/deep-purple-tommy-denander/

      Vielleicht hört Ihr das ja raus.

      Aber der hat auf wirklich vielen Scheiben mitgewirkt:

      en.wikipedia.org/wiki/Tommy_Denander

      Kalle



      ...I See A RAINBOW Rising...
      ...Today Is Only Yesterdays Tomorrow...
      Oh, hab's auch gerade gesehen. da bist Du mir zuvor gekommen.
      Ganz witzig. Ich hätte natürlich gern jemanen von DP gesehen.

      Ob da jetzt noch eine Maxi kommt?

      Kalle

      Hier der ntv-Text, man weiß ja nie, wie lange der bleibt:

      Premiere für "Johnny's Band" - Deep Purple blicken verschmitzt zurück

      Von Holger Preiss

      Seit Kurzem ist das neue Album "Infinite" von Deep Purple auf dem
      Markt und kratzt bereits an alten Verkaufsrekorden. Zeit also für eine
      exklusive Video-Premiere bei n-tv.de: "Johnny's Band" ist ein
      augenzwinkernder Rückblick auf 50 Jahre Bandgeschichte.


      Deep Purple hat ein neues Album am Start. "Infinite" heißt es und
      hört sich an, als wäre Keyboard-Legende John Lord noch immer hinter der
      Schweineorgel, dabei jubelt doch seit 2002 Don Airey über die Tasten.
      Gitarrist Steve Morse, mimt seit 1994 spieltechnisch den jungen Ritchie
      Blackmore, allerdings ohne dessen Genialität und ohne - und das ist auch
      besser so - dessen Wahnsinn. Nichtsdestotrotz sind die beiden an der
      Seite von Ian Paice (Schlagzeug), Roger Glover (Bass) und Ian Gillan
      (Gesang) in Summe so etwas wie die Mark IV von Deep Purple geworden.
      Also die echte vierte Besetzung des Quintetts.

      Verdammt lange am Start
      Ohne auf das eigene Alter zu schielen, muss man feststellen, dass es Deep
      Purple schon verdammt lange gibt. Gegründet 1967, wurden ihre
      Hardrock-Klänge noch bis weit in die 1980er-Jahre gehört. Allerdings
      musste der Autor schon damals schmerzlich feststellen, dass die
      einstigen Überflieger mit mehr als 100.000 Zuschauern pro Konzert
      einiges an Popularität eingebüßt hatten. Auf der Disko beim DJ
      vorstellig, um sich einen Song der britischen Metaller zu wünschen,
      entlockte er dem Typen mit den Kopfhörern auf den Ohren nur ein müdes:
      "Alter, wenn du 18 Jahre früher geboren wärst, dann hätte ich das Ding
      jetzt gespielt. Aber so, nee, tut mir leid."

      Heute bekäme man den Song natürlich auch nicht bei öffentlichen Tanzvergnügen
      auf die Ohren, aber in den Konzerten der alten Recken. Und beim neuen
      Album muss man sich hörtechnisch auch gar nicht umstellen, denn vieles,
      was dort zum Besten gegeben wird, kommt dem Deep-Purple-Liebhaber sehr
      vertraut vor. Die Fans sind jedenfalls vom neuen Album "Infinite"
      begeistert. In 13 Ländern ist es bereits in den Top 5 und in 17 Ländern
      in den Top 10. In Deutschland und der Schweiz hat es übrigens bereits
      Platz eins belegt. Die Tschechen kauften es auf Rang zwei und die
      Italiener auf drei. Deep Purple hatten im Übrigen nur drei Alben, die
      besser platziert waren. "Fireball", "Who Do We Think We Are" und "Burn".
      In Summe landet Deep Purple also mit "Infinite" das beste Chartergebnis
      seit 1973. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass die Band ein
      Jahr zuvor mit "Smoke On The Water" die Hard-Rock-Hymne schlechthin
      erschaffen hatte.

      Rückblick mit "Johnny's Band"?
      Mit "Infinite" schwelgt man eher in den Sphären von "Who Do We Think We
      Are". So ein bisschen also auch auf der Welle rückblickender
      Glückseligkeit. Allerdings gibt es auf der neuen Scheibe einen Song, der
      genau diesen Werdegang mit einem Augenzwinkern begleitet: "Johnny's
      Band". Und der feiert heute bei n-tv.de als Video seine
      Deutschlandpremiere. Das Lied ist eine sehr witzige Anspielung darauf,
      wie Bands entstehen, berühmt werden und wo sie nach Jahrzehnten landen.
      Nämlich dort, wo sie einst herkamen, in den Pubs. Aber ist das schlimm?
      Für die Zuschauer nicht, für die Mitglieder der Combo schon eher. Denn
      sie sind es, die den Ruhm gespürt haben, die vor Zigtausenden spielten
      und jetzt vielleicht noch vor zehn Leuten. Umso bitterer, wenn dann auch
      noch das Geld weg ist. Nicht weil man geprasst hat, das auch, aber
      vielmehr, weil das Management einen so richtig gelinkt hat.

      Gott sei Dank ist das bei den Jungs von Deep Purple nicht so. Oder doch, und
      man weiß es nur nicht? Wie in den frühen 1970er-Jahren füllen die fünf
      älteren Herren immer noch große Hallen und können sich über eine treue
      Fangemeinde freuen. Und guckt man sich den Tourneeplan an, dann ist der
      besser gefüllt als bei manchem Newcomer. Allein in Deutschland spielen
      die Briten in acht deutschen Städten. Darunter Berlin, München, Leipzig,
      Frankfurt und Dortmund. Also ein bisschen anders als bei Johnny's Band
      ist es schon. Obgleich die Protagonisten im Video eine gewisse
      Ähnlichkeit zu den britischen Barden nicht verhehlen können. Gerade
      Sänger Johnny erinnert stark an Ian Gillan und auch dem Schlagzeuger ist
      eine gewisse Ähnlichkeit zu Ian Paice nicht abzusprechen.

      Das alles beweist nur, dass die alten Herren Sinn für Humor haben. Und ganz
      ehrlich? "Johnny's Band" gehört eindeutig zu den besseren Songs auf dem
      Album. Wie sagte seinerzeit doch Tony Jasper am Ende seiner "Heavy Metal
      Show" auf BFBS London: "Keep it heavy and keep it hard." In diesem
      Sinne.

      Quelle: n-tv.de




      ...I See A RAINBOW Rising...
      ...Today Is Only Yesterdays Tomorrow...
      Als "inFinite" erschien, vermittelte ich in einem anderen Forum meine ersten Eindrücke. Da wir uns hier in einem Deep Purple-Forum befinden, füge ich meine Gedanken auch hier gerne ein:

      Es ist nun auf dem Markt und ich habe es mir heute zugelegt – das neue Deep Purple-Album "inFinite".
      Für 12,99 Euronen fingerte ich eine Version aus dem Verkaufsregal, die zusätzlich eine anterthalbstündige DVD enthält. Zusätzlich sind auf der CD noch zwei Live-Versionen von Klassikern drauf, wie ich's bisher noch nicht im Internet aufgetan habe.
      Komisch, die Nur-CD war teurer und enthielt keine Live-Boni. Na egal, ich habe mein Teil und freue mich drüber.
      Klar, ein zweites "Smoke On The Water" oder "Child In Time" war nicht zu erwarten und schon gar nicht deren musikhistorische Stellenwertigkeit. Wie auch? Die Zeiten, in denen sich Rockbands in Radiohitparaden Rennen mit Schlagerinterpreten lieferten und grundlegende Musikgeschichte schrieben, gehören vergangenen Epochen an.
      Doch zurück ins Heute und zu "inFinite". Mit ihrem neuesten Longplayer setzen Deep Purple das fort, was sie in den letzen Jahren ablieferten: Soliden Hard Rock.
      Klar, Ian Gillan kreischt nicht mehr in höchsten Tonlagen wie vor Jahrzehnten, er bewegt sich versiert im mittleren Stimmbereich zum nach wie vor immer noch kraftvollen Instrumentalpart seiner Bandkollegen.
      Logo, die aktuellen Studiomöglichkeiten tun sicher ein Übriges, um alles ins rechte Gehör zu rücken. Heutzutage klingt eben alles kompakter als in einstigen Zeiten, in denen es im Kopfhörer doch nocht etwas separater zuging.
      Über jeden Zweifel erhaben bleibt "inFinite" eine ehrliche Hard Rock-Scheibe einer der altehrwürdigsten Bands überhaupt.
      Fein auch, dass die Purpler nicht in Gefilden "jüngerer" Hardrocker mit Brechreiz suggerierenden Vocals und überzogenen Bassgitarrenorgien jagen, sondern ihrer Linie treu blieben.
      Sehr knappe Ausflüge in gregorianische Vokalfahrwasser tun der Deep Purple-Sache ebenfalls keinen Abbruch, sondern vermögen vielleicht ein wenig das auszubügeln, wozu Vorsänger Gillan nicht mehr ganz in der Lage ist. Gleichsam zu werten ist auch der limitierte Einsatz der Mundharmonika.
      Über die Tatsache, dass es sachteste Ausflüge in den Mainstream des Hard Rock-Genres gibt, kann man getrost hinweghören, denn stets geht es wieder ins Vertraute & Erwartete zurück.
      Abgesehen von solchen Einsprengseln überzeugen die tief Purpurnen immer noch als das was sie einst groß werden ließ – eine Musiktruppe, die das Tor zum harten Rock ab spätestens 1970 mit "Deep Purple In Rock" endgültig ganz weit aufgestoßen hat.
      Nein, mit der stilprägenden Mark II-Besetzung haben wir es mit "inFinite" mitnichten zu tun und Steve Morse wandelt sicherlich nicht in den kompromislosen Fußstafpen von Ex-Gitarrist Blackmore und Jon Lord ist nach seinem Weggang noch vor seinem Tod ebenfalls nicht mehr an Bord, wird aber in der Person von Don Airey als Nachfolger kompetent ersetzt.
      Falls Deep Purple nach ihrem jüngsten Longplayer samt zugehöriger Tour tatsächlich wohlverdient den Nagel an die Wand hängen sowie sich auf's Altenteil zurückziehen sollten, darf man getrost konstatieren, dass "inFinite" ein würdiges Alterswerk ist.

      ... verdammt gut gemacht, ihr alten Säcke! Für mich wart, seid und bleibt ihr die ultimative Hard Rock-Band!