Deep Purple - Festhalle Frankfurt 10.06.2017

      Ich war auf der Tribüne gegenüber der Bühne und dort war der Sound leider eher bescheiden, es ist aber mit der Zeit besser geworden.
      Ich war gegen 18.30 Uhr in der Halle, schade dass wir uns verfehlt haben, aber ich habe mich in der Halle etwas umgekuckt und dann die Zeit vergessen :(

      Monster Truck waren nicht so mein Fall, irgendwie war ein Song wie der andere, nur ein als Bluesstück angekündigtes Lied war ganz ok. Sie haben sich zwar bemüht, aber so recht Stimmung wollte noch nicht aufkommen. Naja, sei's drum, sie haben ihr bestes gegeben :D
      Der Umbau ging erfreulich schnell von Statten und so haben Purple gegen 21.10 angefangen zu spielen. Time for Bedlam als Opener ist sehr sehr passend, aber gefühlt hat erst Fireball, das im übrigen reingehauen hat wie eine Bombe, auch die letzten so richtig aufgeweckt. Spätestens bei den Screams von Bloodsucker war ich dann davon überzeugt, dass Gillan im Moment stimmlich super in Form ist. Strange kind of woman kam sehr tight rüber, besonders Gillans Duell mit Steve hat mit wieder gut gefallen. Johnny's Band hat mich live sehr überzeugt, wie übrigens alle neuen Songs. Einer der besten Ideen, die die Band beim Erstellen der neuen Setlist hatte, war, Uncommon man und Hell to pay im Set zu lassen, denn ich finde beide Songs klasse, besonders live sind die beiden Lieder klasse. The Surprising fand ich zwar klasse, aber es war eine Art Stimmungsbremse. Lazy ist sowieso eines meiner Lieblingslieder und wenn man sich das restliche Publikum angeschaut hat, dann bin ich da wohl nicht der Einzige. Birds of Prey war soundmäßig dann nicht gut, ausgerechnet mein Lieblingslied auf inFinite, aber sei's drum, es gibt viele schöne Videos des Songs... :D
      Don Airey's Solos sind mir immer etwas sehr, naja, "klimperig", aber das geniale Perfect Strangers lässt einen darüber hinwegsehen. Space Truckin, normalerweise nicht mein Favorit, war genial, laut und irre druckvoll gespielt. Auf SOTW kann ich verzichten, aber der Effekt, den dieser Song beim Publikum auslöst, ist immer wieder sehr sehenswert. Nach dem obligatorischen auf und ab auf der Bühne gab's dann Hush mit dem Peter Gunn Thema als Einleitung und einem tollen Duell zwischen Steve und Don. Black Night war auch außergewöhnlich gut, sehr tight und wieder wahnsinnig druckvoll. ...und dann, also nach gefühlt 3 Minuten :) , war dieser ausgezeichnete Gig dann auch wieder vorbei.
      Ian Gillan hat mich stimmlich vom Hocker gehauen, er ist stimmlich top in Form im Moment., unglaublich, dass er fast 72 Jahre alt ist. Steve's Krankheit wirkt sich nicht negativ auf sein Spiel aus, eher positiv (leider). Ian Paice ist sowieso einmalig und seine TIA hat ihn m.E. kein bisschen beeinflusst. Ich bin sowieso kein Fan von Drumsoli, also habe ich es gestern auch nicht vermisst. Don Airey wird immer wichtiger in der Band, er hat gestern mehr Soli gespielt als sonst und hat mich völlig überzeugt. Roger Glover ist und bleibt Roger Glover, er war wie immer der, der als letzter die Bühne verlassen und am meisten gegrinst hat während dem Gig.

      Wenn der Sound nicht so bescheiden gewesen wäre, wäre ich rundum glücklich, so eben nur fast.
      Ich hoffe, dass das nicht das letzte Deep Purple Konzert mit mir im Publikum war, an mir wirds nicht liegen... ;)
      Viele Grüsse, Jonas 8)

      Robert schrieb:


      Sound war mit das beste was ich je Live genossen habe. Ich stand direkt vor Steve Morse in der dritten Reihe.


      Den Sound fand ich auch sehr gut, vielleicht nicht ganz so toll wie in Hamburg. Ich stand direkt vor Roger in der 3. Reihe, hat sich diesmal echt gelohnt mit dem Golden Circle! Halle zwar schön, aber leider nicht klimatisiert. Es war gestern sehr warm in FFM, bin 15 Minuten von meinem Hotel zur Halle gegangen und habe keine Jacke mitgenommen. Getränke sehr teuer, Cola 3,80! 8|
      keep the freak flag flying!
      Nun ist das Frankfurter Konzert schon wieder eine Woche her und ich möchte noch ein Fazit meiner beiden Konzerte ziehen.

      Die Festhalle ist eine über hundert Jahre alte Halle mit einer schönen Kuppel. Der Sound weit vorn, wo ich stand, war sehr gut, aber ein Klangerlebnis wie in den neuen Arenen darf man nicht erwarten. Der 2. Rang war nicht geöffnet, die Halle war gut gefüllt, vielleicht 8.000 Leute.

      Das Konzert fing um 21.10 h an, meine ersten Fotos sind von 21.13. Time for Bedlam wurde nicht so powerful gespielt, wie ich es von Hamburg in Erinnerung habe.

      Ians Stimme war wieder top, insgesamt war er aber ein bisschen zurückhaltender. Er hat Steve zwar wieder ein Ohr vollgelabert, hat allerdings zwischen den Songs nicht so viel erzählt wie in HH.

      Paicey wie immer ein unermüdlicher und präziser Arbeiter. Sein Solo und die Leuchtsticks habe ich vermisst.

      Don hat sich mächtig ins Zeug gelegt, nach seinem Hauptsolo hing ihm die Zunge raus. Bei zwei Passagen hat er sich allerdings ein bisschen in der Tonlage vergriffen, es hörte sich jedenfalls etwas schräg an, was er allerdings schnell korrigiert hat. Da die Frankfurter wohl keine Gassenhauer haben (?), hat er einfach unsere Nationalhymne angespielt. Jon kann stolz auf seinen Nachfolger sein.

      Den meisten Spaß auf der Bühne hatten definitiv Steve und Roger. Steve hat hervorragend gespielt, ständig gelacht und hatte einen super Kontakt zum Publikum. Roger hat so viel Faxen gemacht, wie ich es noch nie erlebt habe.

      Jamie von VIP habe ich auch wieder getroffen und mich bei ihm für die schönen Fotos bedankt. Ich bin froh, dass ich das M&G in HH mitgemacht habe. In FFM waren noch ein paar mehr Fans dabei, Jamie war ordentlich bepackt mit Sachen zum Signieren. Ich habe ihm angeboten beim Tragen zu helfen, da hat er nur gelacht.

      Von allen Hallen, die ich bei Auswärtskonzerten gesehen habe, hat mir die Festhalle am besten gefallen. Ein sehr gutes Ambiente, eine große Terrasse vor den Türen, wo man bei dem schönen Wetter draußen stehen und sich mit anderen Fans unterhalten konnte, die die Vorgruppe auch nicht sehen wollten. Allerdings gepfefferte Preise bei den Getränken.

      Was mich erstaunt und geärgert hat war, dass man beim Golden Circle die Tickets in einen großen Eimer werfen musste und dann nur noch mit Bändchen am Arm Zugang hatte. Nach dem Konzert konnte man sich ein Ticket am Infostand abholen, aber es war natürlich nicht das eigene.

      Wenn ich Noten vergeben müsste, würde ich sagen, der Gig in HH war 1+, FFM war 1-.

      Ich weigere mich bis heute beharrlich zu glauben, dass dies das letzte Konzert gewesen sein soll, das ich erlebt habe. Es fühlte sich einfach noch nicht wie Abschied an. Außerdem möchte ich von meinem letzten Konzert das Originalticket behalten. Also müssen die Jungs definitiv noch mal ran. :2up:

      Dieser Schreiberling scheint etwas mehr von Konzertkritiken zu verstehen.

      sonntag-morgenmagazin.eu/ueber…tion/kultur/art465,268623
      Bilder
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      keep the freak flag flying!
      Ein schönes Review, Yvonne, vor allem der Vergleich zwischen HH und F. Und was den Pressebericht angeht: Sagen wir mal, wir haben es mit einem 1500 m-Läufer zu tun, der sich mal auf der 5000 m-Strecke ausprobiert. Am Anfang wahrlich furios (man wird mir hoffentlich jetzt nicht vorwerfen, ich stünde der Presse grundsätzlich kritiklos gegenüber), aber am Ende mangelt es an der Kondition. Also, lieber Journalist: An Ihrer Kondition müssen Sie noch arbeiten. Ich bin optimistisch, dass Ihnen das gelingt und Sie dann nach hinten heraus nicht so einen Unsinn über Don Airey mehr schreiben. Rock on! nainallig
      Danke Yvonne. Sehr aufschlussreich und interessant.
      Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass Gillan in Hamburg während den Songs viel gesprochen hat.

      Mich freut, dass Roger in FFM offensichtlich besser drauf war als in Hamburg. Dort fand ich ihn zwar stark, aber in der ersten Hälfte ungewöhnlich zurückhaltend. Da ging er erst ab "Space Truckin'" aus sich raus - dann aber richtig. Ich hatte das Gefühl, dass er mit den Gedanken woanders war.

      Ich hoffe auch, dass ich sie noch einmal live erleben darf - vielleicht noch mit einen neuen (vielleicht etwas straighteren) Rockalbum im Gepäck.

      Wenn ich mir die Videos auf YT von Rainbow gestern in London ansehe muss ich sagen, dass DP doch WEIT, WEIT, WEIT vorne sind.

      Schade, dass Du nicht helfen duftest, wwo Du Dich doch sogar angeboten hast. Sind heute keine weiblichen Groupies hinter der Bühne mehr erwünscht?
      (aus Respekt, spare mir jetzt den Unterschied zwischen Groupies und Guppys zu erläutern :brav: )

      Kalle



      ...I See A RAINBOW Rising...
      ...Today Is Only Yesterdays Tomorrow...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Kalle“ ()

      Hallo Kalle,
      ich habe mir die Videos von London auch gerade angesehen - da ist DP aber mehr als ganz ganz ganz ganz weit vorne.
      Wenn ich mir Ritchie bei Mistreated anschau, da muss man ihn schon fast bedauern. Da ist absolut kein Feuer oder keine Virituosität mehr drin.
      Das sieht völlig apatisch aus. Er hängt auch rhythmisch immer hinterher.
      Ich denke bei einem DP Gig würde er nicht mehr hinterherkommen.
      Leider sind seine Besten Zeiten wohl lange vorbei.
      Gruss Hans-Jürgen

      Kalle schrieb:


      Schade, dass Du nicht helfen duftest, wwo Du Dich doch sogar angeboten hast. Sind heute keine weiblichen Groupies hinter der Bühne mehr erwünscht?

      Kalle


      Das Thema ist für unsere Band wohl endgültig Geschichte. Mittlerweile sind sie mehr an ihren Enkelkindern interessiert.

      Heutzutage bringen die Alt-Groupies eher Ausdrucke von anno dunnemal mit, über die sich der Bassist dann freut. :D
      keep the freak flag flying!