Alben, die (vielleicht) keine Sternstunden waren

      Danke für Deine sehr ausführlich Kritik. So ewas lese ich sehr gern. Auch wenn ich nicht immer alles gleich sehe.
      Ich muss zugeben, dass ich sträflicherweise das Album länger nicht gehört habe.
      Damals war ich etwas enttäuscht, weil ich gehofft hatte, dass sie einige Fehler von "Perfect Strangers" hier besser machen würden.
      Z. B. das etwas langweilige Schlagzeug auf PS und die etwas sehr glatte 80er Struktur.
      Beides wurde auch besser auf HOBL, andererseits wirkten die Songs hier ein wenig wirr und unausgereift, so als ob zu viel herumgesbastelt wurde.
      Es ist so etwas ähnliches wie die "Fireball" der 80er.

      Anders als bei Dir ist für mich "Dead Or Alive" neben "Mitzi Dupree" und "Mad Dog" einer der Höhepunkte.
      Ich hatte immer ein wenig Probleme mit "The Unwritten Law" und "Bad Attitude" - die dann auch noch live gespielt wurdem.

      Und heute?
      Mittlerweile finde ich gerade gut, dass DP hier einiges versucht haben und sich nicht auf den Lorbeeren von PS ausgeruht haben. Eben genau so, wie sie es bei "Fireball" (und später auch bei "Stormbringer") gemacht haben.

      Es ist absolut kein schlechtes Album, aber ich denke doch das schwächste Mark II Album.

      Aber, so sehr ich die heutigen Deep Purple (Mark VIII) mag:
      Für mich ist HOBL viel mehr Deep Purple als alles, was mit Steve Morse produziert wurde. Nicht verkehrt verstehen: Qualitativ sind gerade die letzten Alben viel besser als HOBL, aber eben viel weniger Deep Purple. Was sicherlich am Fehlen vom signifikanten Sound Balckmores und Lords liegt.
      Selbst "Slaves & Masters" ist für mich mehr Deep Purple als "Purpendicular" oder "?!".
      Und, um es vorweg zu nehmen "The Battle Rages On" habe ich immer sehr gemocht.

      Mit dem Einstieg von Steve Morse und später noch einmal mit Don Airey haben sich Deep Purple zu etwas ganz anderem entwickelt. Eine ganz andere, qualitativ sehr hochwertige Band mit einem ungeheuren Qualitätsanspruch. Und dem unbedingten Willen, nie auf der Stelle zu treten. Das ist gut so. Sehr gut - aber eben eine völlig andere Band, die ich sehr bewundere.

      Doch Deep Purple mit Blackmore, ist die Band die mich begeistert hat, mit der ich aufgewachsen bin.
      Daher liebe ich es Bands wie Demon's Eye zu folgen, die den Sound von Deep Purple mit Blackmore leben und (im traditionellen Sinne) hervorragend weiterentwickelt haben ("The Stranger Within", "Under The Neon").



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      ...Today Is Only Yesterdays Tomorrow...