Beethovens Neunte

      Beethovens Neunte

      Exakt heute vor 200 Jahren wurde Beethovens Neunte Symphonie im Wiener Kärntnertortheater uraufgeführt.

      Das Publikum war begeistert, die Kritiker anscheinend weniger.

      Beethoven trug sich schon länger mit der Absicht, Schillers 'Ode an die Freude' zu vertonen, fügte erstmalig im dritten Satz Chor und Solisten ein, brach damit erstmalig das symphonische Schema und schuf mit diesem Werk nicht nur die Europahymne, sondern auch die Vorlage für zahlreiche Neuinterpretationen und Persiflagen.
      Be what you are, I tell myself
      And myself tells me we can't be anybody else
      Hach Kalle, you makes my day. Da zeigt der Meister wieder sein Können. Von allen gehörten und gesehenen war diese die Beste ever. Vor allem die Idee, ein ganzes Orchester zu mobilisieren. Und in der Sylvestershow des ZDF von 1969 war ich sowas von beeindruckt, daß sich dieses über alle Jahre nicht die Bohne verringert hat. Da sang der damals völlig unbekannte Miguel Rios in dieser Show "A Song of Joy" und egal ob von Ritchie´s Variante, von 1969 oder allen Aufnahmen der 9th, war, bin und werde ich immer beeindruckt sein. Und dieses Musikstück sollte man in all seiner Wucht den Kriegstreibern, egal wer und woher, jeden Tag 24 Stunden in Überlautstärke um die Ohren hauen, bis sie endlich den Text verstehen und kapieren, worum es eigentlich geht. Keep on rockin.
      ,,,d(^L^)b,,,

      Die "Neunte" war letztendlich Beethovens Verbeugung vor der großen Französischen Revolution. Auch wenn diese Revolution in ihrem Verlauf ihre eigenen Ideale pervertierte, um dann in Napoleons Kaiserherrschaft zu münden - und nach dessen Niederlage in die Restauration eines vergangen geglaubten reaktionären Feudalsystems: Die Vorstellung von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit hatte sich in den Köpfen vieler eingenistet. Beethovens Neunte ließ diese Ideale in großartiger Weise musikalisch erklingen.
      Beethovens Neunte Sinfonie wurde im Mai 1824 in Wien unter tosendem Applaus uraufgeführt. Der Auftrag kam eigentlich aus England. Drahtzieher war Beethovens ehemaligen Schüler und Freund Ferdinand Ries, der in London im Direktorium der Philharmonic Society saß. Beethoven hatte Ries förmlich gebeten, ihm diesen Auftrag zu verschaffen. Hoch und heilig versprach er der Society eine schnelle Lieferung und die Exklusivrechte an der Uraufführung.

      Lange ließ er die Londoner auf das Werk warten und dann wurde die Neunte nicht etwa in England, sondern in Wien uraufgeführt. Doch damit nicht genug, Beethoven hatte auch noch gegen andere Regeln verstoßen: "Den Londonern, die eine Sinfonie bestellen – und eine Sinfonie hieß, ein reines Instrumentalwerk – dann ein Werk zu liefern mit Chor und Solisten und mit einem deutschen Text, das ist gelinde gesagt eine unglaubliche Unverschämtheit", sagte man in Bezug auf die damalige Zeit.

      Heute ist genau diese "Unverschämtheit" weltberühmt. Die Melodie der Ode an die Freude ist seit 1971 Europahymne, das Autograph der 9. Sinfonie seit 2001 Weltkulturerbe.
      Musikunterricht pur. Hier lernt man immer was neues. Tanx dafür.
      @Hans-Jürgen: Wurde das in Deiner aktiven Zeit auch so an den Schulen vermittelt? In meiner Zeit hatten wir als Wahlfach Kunst oder Musik. Der Musiklehrer lehrte uns das Bedienen von Plattenspielern und die damals gängige Beatmusik. Von den großen Komponisten wurde nichts gelehrt, weil der "Lehrer" davon keine Ahnung hatte. Da ich damals schon ca 2 Jahre Gitarrenunterricht bei einem namhaften Lehrer hatte, Wolfgang Kreth, mit dem ich dann bis zu seinem plötzlichen Ableben 2007 viele klassische Stücke spielte, brachte ich dem "Musiklehrer" ein Duett aus der Gitarrenschule von Karl Scheit mit, einem österreichischen Gitarristen und Lautisten, mit um dieses zu besprechen. Boah, der Kerl konnte noch nicht mal Noten lesen und sollte uns Schülern was über Musik und ihre Vertreter beibringen. Letztenendes haben wir uns das selber beigebracht und jeder der Gruppe wußte was über Bach, Beethoven, Händel und wie sie alle hießen. Später dann haben wir mit einem richtigen Musiklehrer, der vorzüglich Klavier und somit alle Tasteninstrumente spielte, die Feuerwerksmusik durchgearbeitet. Und nebenbei einiges über die großen Komponisten und auch viel über Musikinstrumente gelernt, nur als Beispiel: Unterschied von Klavier und Cembalo. Aber genug davon. Das ist alles Vergangenheit und damit unwideruflich vorbei. Keep on rockin.
      ,,,d(^L^)b,,,

      Musiklehrer, die keine Noten lesen können, sind vermutlich gar nicht so selten. Das ist aber wohl weniger die Schuld der betreffenden Musiklehrer selbst. Meist haben die halt andere Fächer studiert, in denen sie sich auch entsprechend auskennen. Mangelt es aber an Lehrern für ein bestimmtes Fach, werden sie einfach eingesetzt, dieses auch zu unterrichten. Ein Bekannter und ehemaliger Lehrer, ist auch einmal in diese Situation gekommen. Er hatte eigentlich die Fächer Mathematik, Physik und Chemie studiert, musste in seiner ersten Klasse aber auch Musik unterrichten. Da hat er sich halt ein Tonbandgerät gekauft, den Schulfunk aufgenommen und die Sendungen in seinem Musikunterricht immer mal wieder eingesetzt.
      Dann verlange ich mit sofortiger Wirkung, das der Latainlehrer, hm... Latain... eine tote Sprache, Physik und Chemie unterrichtet. Wie hieß damals ein Satz: Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das, was nie gelingt. Also Pädagogen, ran an die Tiegel und Töpfe, baut Fluxkompensatoren und mischt heute noch unbekannte Treibstoffe. Rezepte sind zu finden unter: www.knallzeugbau.de. :D :boom: Aber Spaß beseite. Der "Musiklehrer" von damals war eigentlich Leiter der Lehrgangsstufe A in Englisch und davon hatte der Bursche Ahnung. Lehrbücher im Stil von:
      Hello, my name ist George. What is your name? kamen nicht in die Tüte. Im Unterricht wurde Englisch gesprochen und das Gesprochene ins Deutsche übersetzt. Und hier hat man Englisch so gelernt, daß man weiter aufbauen konnte.Und den Rest bis zur Beherrschung der Sprache erledigten die vergangenen Jahre.
      Anektode: Ein Musikerkollege fragte beim Besuch der Frankfurter Musikmesse den Godfather of loudness, Mr. Jim Marshall, OBE, folgendes.
      " Are you here in this room for this time for everything? " HÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ????? An unsere Englischsprechenden hier im Forum, was hat er wohl mit diesen Worten gemeint? Den richtigen Gedanken dazu später. Keep on rockin.
      ,,,d(^L^)b,,,