Review "Whitesnake" (David Coverdale)-The Purple Album

      Review "Whitesnake" (David Coverdale)-The Purple Album

      Ich hatte vorab eine mp3 mit 320kps [lame codec] des Albums (ohne Bonustracks). Ich war sehr enttäuscht von der Produktion, des ansonsten sehr interessanten Albums. Es klang grauslich.

      Nun habe ich mir die Limited Edition CD gekauft. Dabei musste ich feststellen, dass es nicht die Produktion ist, die den schlechten Sound verursacht hat, sondern dass es wieder einmal am mp3 lag.

      Für eine 2015 Produktion ist Qualität der CD gar nicht so übel. Die ruhigeren Songs, aber auch "Burn" klingen wirklich sehr gut. Lediglich bei einigen Songs wie "The Gypsy" oder "Love Child" wurde, wie heute allgemein üblich, viel zu laut und damit leicht übersteuert produziert. Keine Ahnung, warum man ds heute macht. Dadurch wirkt alles ein wenig matschig und undifferenziert. Außerdem klingt das Schlagzeug an einigen Stellen tscheppernd und komprimiert und der Bass ist sehr kraftlos (z. B. The Gypsy).

      Aber insgesamt eine ordentlich Produktion. Wenn man dann allerdings die alten Mark II + IV Purple alben hört, allen voran "Come Taste" und auch die frühen Whitsnake sowie Rainbow Alben nimmt, dann wird einem schnell bewusst, das Martin Birch ein Poduktions-Gott ist. Leider macht er ja nichts mehr.

      Ein großer Tipp:
      Unbedingt die Limited Edition kaufen.
      Nicht wegen dem Cover, außer der schönen Farbe ist es sehr einfallslos, die Bilder sind kaum zu erkennen und das Logo ist nach 28 Jahren wirklich ausgelutscht. Das habe ich sogar noch auf einer DDR-Amiga-Pressung.

      Nein die "Limited" lohnt sich schon wegen "Comin' Home", m. E. einer der besten Songs auf dem Album. Auch "Lady Luck" ist geglückt. Hinzu kommt, dass von 4 Songs Videos enthalten sind mit 48/24 Sound. Dazu eine halbe Stunde Interviews. Auch der Coverdales Begleittext im Booklet ist interessant.

      Lustig ist dass es zunächst hieß "Michele Luppi" würde schon auf dem Album Keyboards spielen, dann las ich im "Rock It!" der Keyboarder sei "Brett Tuggle". auf dem Album steht nun, dass es "Derek Hilland" sei... Egal, das Solo in "Burn" klingt nicht gut und anonsten sind Keyboards kaum wahrnehmbar. Die fehlende HAmmond vom unvergessenen Jon Lord fehlen gewaltig.

      Ganz besonders gut gefallen mir neben dem grandiosem "Comin' Home" die ruhigen Songs "Sail Away", "Soldier Of Fortune" und ganz besonders "Holy Man" mit einer Bolin-ähnlichen Slide-Gitarre. Sehr lustig, wenn man bedenkt, dass der Song im Original aussließlich von Glenn Hughes gesungen wurde.

      Das Beste am Album ist aber, dass Coverale Stimme sehr ordentlich klingt. Auch wenn da sicherlich gebastelt wurde. Aber: David hat endlich den Robert Plant zu Hause gelassen und schreit kein bisschen. Gasanglich ist es "Back To The Roots". Schon deshalb ist das Album den Kauf wert.
      Die Gitarrenarbeit ist gut, nur das Gegniedel in den meisten Solos gefällt mir persönlich gar nicht.
      Wenn man die Songs nicht mit den Originalversionen vergleicht ist es ein gutes Rockalbum.
      Da sich Whitesnake für mich nach dem Weggang von Marsden, Moody und Lord aufgelöst haben ist auch dies für mich kein "Whitesnake"-Album.
      Als Coverdale-Soloalbum ist es jedoch sicherlich das beste seit "Into The Light (2000).
      Man sollte die Songs jedoch tunlichst nicht mit den Originalen vergleichen, denn diese erreichen sie bei weitem nicht. Aber es soll auch auch kein Deep Purple Album sein.



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      Habe mir das Album nun auch angehört und möchte meine Meinung kurz darlegen.

      Grundsätzlich bin ich bei Songinterpretationen immer etwas gespalten.
      Meistens kann ich mit der Zweitversion - gerade von "fremden" Künstlern, nicht viel anfangen (es sei denn, das Original ist mir gar nicht bekannt, was das ganze Problem der Voreingenommenheit ziemlich deutlich aufzeigt), bei Interpretationen von Bandmitgliedern zu späteren Karrierezeitpunkten dagegen bin ich ziemlich offen - wenn nicht "Die" Hand an die "eigenen" Songs legen können, wer dann?

      So war ich sehr gespannt auf die Whitesnake/Coverdale Versionen.

      Vorweg - die Songs sind erkennbar immer noch so gut, dass man bei ernsthafter Interpretation nicht viel kaputt machen kann - das Gerüst steht. So ist es hier auch.

      Die Produktion ist nicht mehr das, was ich mir vorstelle - nicht differenziert genug im Klang -wenn das heute so üblich ist, bitte schön - nicht alles was modern ist muss zwangsläufig besser sein-, Dampf ist aber noch auf dem Kessel.

      Die Songs selber sind teilweise etwas erneuert - wie gesagt, wenn es einer darf, dann einer der das Original verbrochen hat und weiß, was damals dahintersteckte. Da geht alles glatt - von "Burn" bis "Stornbringer" nichts, wo ich die Skiptaste suchen würde.

      Was mich aber erschreckt hat ist, im Gegensatz zur Eröffnung von "Kalle", der Gesang von Coverdale. Ich gebe zu, das Aktuellste was ich von ihm kannte war die 89er Slip of the Tongue (was mich fast noch mehr erschreckte war dieses Datum und die lange Zeitspanne von der ich immer wieder Musik von Whitesnake hörte aber nie wirklich registrierte, dass nichts Neues mehr dabei war) aber mein Eindruck ist, dass Gillan (obwohl da ja nun auch Abnutzungserscheinungen zu erkennen sind) sich deutlich besser erhalten - oder besser, wiedergefunden hat (Mitte der 80er war es für mich nämlich genau anders herum).

      So ist als Fazit zu sagen, gut, dass dieses Album jetzt kam und nicht noch später
      Original von chris

      Was mich aber erschreckt hat ist, im Gegensatz zur Eröffnung von "Kalle", der Gesang von Coverdale. Ich gebe zu, das Aktuellste was ich von ihm kannte war die 89er Slip of the Tongue (was mich fast noch mehr erschreckte war dieses Datum und die lange Zeitspanne von der ich immer wieder Musik von Whitesnake hörte aber nie wirklich registrierte, dass nichts Neues mehr dabei war) aber mein Eindruck ist, dass Gillan (obwohl da ja nun auch Abnutzungserscheinungen zu erkennen sind) sich deutlich besser erhalten - oder besser, wiedergefunden hat (Mitte der 80er war es für mich nämlich genau anders herum).

      So ist als Fazit zu sagen, gut, dass dieses Album jetzt kam und nicht noch später


      Danke auch für Deine Meinung zum Album, Chris,

      Da habe ich mich vielleicht nicht ganz deutlich ausgedrückt.
      Ich versuche mich noch einmal:
      Seine Stimme ist von seiner Stimme zu Purple-, "Come An' Get It"- oder gar "Nothwinds"-Zeiten natürlich meilenweit entfernt. Es ist ein in die Jahre, gekommener Sänger, der mit allen technischen Mitteln im Studio einen ordentlichen Sound verpasst bekommt. Mehr nicht.

      Live wird er so schwach sein, wie in den letzten Jahren, daher werde ich auch kein Konzert besuchen.

      Nur finde ich es sehr angenehm, wie seine Stimme bearbeitet wurde (und um die Stimmend er anderen Musiker ergänzt wurde).
      Positiv aufgefallen ist mir, dass das Schreien, dass seine Stimme letztendlich wohl zerstört hat ("Still Of The Night") hier völlig ausgeblieben ist. Wie schon auf seinem 2000er Solo-Album "Into The Light". Daher meinte ich, dass seine Stimme auf einem Album, seit damals nie "so gut" geklungen hat. Besser wäre wohl gwesen "so wenig schlecht" geklungen hat :baby:

      Ein Wunder sollte man jedoch nicht erwarten.

      Mit ordentlichen Gitarrensolos, lauterem Bass, venünftigen Schlagzeug und nicht so überlauter Produktion, wäre das Album ein Hammer gewesen :D
      Wenn denn noch eine Hammond da gwesen wäre.....

      Trotzdem bekommt das Album von mir eine "Respekt"-Applaus.

      Kalle



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      Also ich hab mir das Album (Deluxe) geholt und ich bin sehr zufrieden damit. Natürlich muss man nicht darüber diskutieren, dass die Originale durchweg besser sind - aber darum geht es ja auch nicht - die Originale haben wir ja eh. Ich finde es respektabel das DC diese CD im Whitesnake Sound der letzten Jahre gemacht hat - und der ist nun mal teilweise übersteuert, etwas matschig und undifferenziert. Der Gesang ist - naja DC der letzten 10 Jahre halt, er kriegt es nicht mehr anders hin aber insgesamt noch immer respektabel. Und eins ist klar - das sind (auch) seine Songs und er hat jede Recht der Welt die in neuer Aufmachung aufzunehmen. Und einige Songs haben ja teilweise dramatische Neuinterpretationen erfahren: Sail Away, You Fool No One, Holy Man ... Also interessante Sache für jeden der unvoreingenommen rangeht und zum Logo: ich finde es gut wie DC die Sache mit dem Logo durchzieht (und ein paar Verfeinerungen sind schon passiert) - das Whitesnake Logo ist ein Markenzeichen und sowas braucht Konstanz - was Deep Purple leider erst in den letzten Jahren geschafft haben und da durchaus fragwürdig mit dem Mk II Logo, das eigentlich bei der aktuellen band nix verloren hat.
      Auch das mit den Covern ist natürlich Geschmackssache.
      Mich stört ja das Logo gar nicht (auch wenn mir die weiße Schlange besser gefiel - aber die ist es ja nicht mehr). Mir geht es darum, dass das Logo immer Total im Mittelpunkt steht. Das finde ich langweilig.

      Dabei haben Sie auch einen guten Schriftzug (z. B. Auf "Starkers In Tokyo").

      Kalle



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