Wieder ein Buchholz-Erlebnis mit Demon's Eye

      Wieder ein Buchholz-Erlebnis mit Demon's Eye

      Gestern (26.10.) hatte ich endlich mal wieder Gelegenheit, Demon's Eye zu erleben. Buchholz liegt für mich halt 'um die Ecke'. Und immerhin kamen ca. 350 Fans, mehr als bei den Konzerten zuvor in dieser eher kleinen Stadt.
      Wie immer musste ich auch diesmal mein Erscheinen nicht eine einzige Sekunde bereuen. Im Gegenteil: Wie immer traf ich eine extrem motivierte und an allen Instrumenten hervorragend besetzte Band an. Und auch diesmal konnte ich mich darauf verlassen, dass die Band eine nicht nur veränderte, sondern vielfach auch höchst originelle Setlist präsentierte.

      Bei diesem Konzert kam auch das diesjährige Konzept zum Tragen, neben DP-Klassikern auch Songs von Rainbow aus der Dio-Phase zu spielen. Auch wenn ich mich Rainbow nicht so nahe fühle wie DP, muss ich schon sagen, dass diese Songs noch einmal eine zusätzliche kräftige Farbe ins Konzert einbrachten. Besonders "Stargazer" wurde von Demon's Eye extrem überzeugend gespielt. Mir wurde quasi mit dem erhobenen Zeigefinger eines überzeugenden Spiels noch einmal klipp und klar bedeutet, dass ich mich gefälligst mit Rainbow in Zukunft noch intensiver auseinandersetzen muss als bisher!!

      Was die DP-Klassiker anbetrifft, konnten wir uns wieder darauf verlassen, dass um "Child in Time" und "Mistreated" regelrechte ästhetische Monumentalbauten errichtet wurden. Mit dem Unterschied freilich, dass bei diesem Konzert "Mistreated" die Nase vorn hatte. Selten (wenn überhaupt) habe ich je eine so großartige Performance dieses Mark-III-Songs erlebt oder wenigstens gehört. Hier genau war der Platz, auf dem Mark Zyk besonders eindrucksvoll zeigen konnte, dass er einer der großartigsten Gitarren-Virtuosen der Gegenwart (zumindest in Deutschland) ist. Hier war der Platz (unter anderem), auf dem Gert-Jan Naus wieder einmal beweisen konnte, dass er an den schwarz-weißen Tasten immer wieder zu ganz großer Form aufläuft. Und hier war auch noch einmal der Platz, auf dem Andree Schneider und Maik Keller ein ums andere Mal beweisen konnten, dass sie eine Rhythmus-Abteilung der Extraklasse bilden - und wir alle wissen, wie wichtig eine hervorragende Rhythmus-Abteilung speziell für diese Art von Musik ist. Bei manchen Stücken (besonders von Rainbow) hörte ich in Andrees Schlagzeugspiel Anflüge einer geradezu jugendlichen Wildheit, die über den feinen Swing eines Ian Paice noch hinausging und mich ab und zu an Keith Moon denken ließ. Und der grandiose Maik Keller: Fast 20 Jahre hat er uns mit seinem superben Bassspiel beglückt, 20 Jahre in dieser Band. Eigentlich gehört er ja längst zum feststehenden Inventar von Demon's Eye. Und nun, Ende dieses Jahres, heißt es Abschied nehmen. Eine Träne im Knopfloch bleibt da bei mir allemal. Schon gestern Abend habe ich mich persönlich bei ihm für die vielen Abende bedankt, die er mit seinem feinen Bassspiel verschönert hat, aber hier, in dieser kurzen Konzertkritik möchte ich es auch noch einmal tun. Maik, vergessen werden wir Dich niemals und uns immer an diese schönen Abende erinnern. Ich hoffe (auch ausdrücklich im Sinne von Maik), dass Andree bei der Verpflichtung des blutjungen Nachfolgers (26 Jahre jung) ein ähnlich glückliches Händchen hatte wie bei der Nachfolge von Florian Pritsch (Jan-Gert Naus) und von Dario Velasco (Daniele Gelsomino). Womit mir doch wirklich ein sehr eleganter Übergang zum Sänger gelungen ist. Ja, wirklich, Daniele Gelsomino wird immer besser. Jeder Ton - und sei er auch noch so hoch - sitzt wie angegossen. Daniele singt kraftvoll, stets aber auch verbunden mit einem mittlerweile ausgezeichneten Vibrato und zudem ausgestattet mit einem ausgeprägten Sinn für Zwischentöne. Gestern Abend war es von der ersten bis zur letzten Sekunde des Gigs ein Riesenvergnügen, dieser Stimme zu lauschen.

      In einer der beiden Zugaben bot die Band noch einmal ein sehr originelles und fürs Ohr äußerst schmackhaftes Bonbon: Ein tolles Medley, bestehend aus den Songs "Perfect Strangers" und "Fools", beide äußerst geschickt ineinander verwoben. Das darf ruhig bei allen Auftritten, bei denen ich anwesend bin, wiederholt werden, denn jedermann weiß, dass mein Herz schon dann beginnt, höher zu schlagen, wenn ich auch nur zwei Töne von "Fools" höre.

      Eines noch: Es ist schon mehr als vier Jahre her, dass Demon's Eye ihr letztes Album "Under the Neon" herausgebracht haben. Oft genug habe ich schon in aller Öffentlichkeit vor diesem Album gewarnt, wegen des immensen Suchtpotentials, das in diesem Album steckt, will sagen, dass es einem verdammt schwer fällt, es wieder aus dem CD-Player herauszunehmen, wenn man es erst einmal hineingesteckt hat. Nachtigall, ick hör dir trapsen, würde der Berliner sagen, oder mit ordinärem Hochdeutsch gesagt: Vor meinem inneren Auge sehe ich ganz klar ein drittes DE-Album, womöglich mit Daniele Gelsomino und Doogie White, die sich am Mikrophon abwechseln.

      Das letzte Bild zeigt die Hand des Meisters bei der äußerst gekonnten Bearbeitung seines Instruments. Bei genauer Betrachtung des Gitarrenausschnitts kann man ein Bild erkennen. Ich finde, Andree und Juan sollten als Gründer jeweils eines DP-Fan-Forums mal in einer Art Gipfelkonferenz beschließen, daraus ein kleines Preisausschreiben machen. Frage: Welche Person ist auf Mark Zyks Gitarre abgebildet? Der Preis: Eine kostenlose Eintrittskarte für das nächste Demon's Eye-Konzert in Heimatnähe. Rock on! nainallig
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      Hans-Jürgen,
      wieder herzlichen Dank für Deine tolle Kritik. Ein wenig ärgern tue ich mich schon, dass ich mir schweren Herzens vorgenommen hatte, ein paar Wochen nach Isernhagen auf die 2,5 Stunden nach Buchholz zu verzichten.

      Aber aus anderen Konzerten mit DE weiß ich sehr genau, dass Du von vorne bis hinten recht hast.

      PS/Fools klingt auch sehr viel versprechend.

      Danke auch an die tolle Worte Maik betreffend - ich werde ihn auch vermissen und er hinterlässt für seinen potentiellen Nachfolger große Stapfen.

      Bis auf zwei Konzerte, die ihn "Rollins" vertreten hat, war er immer ein wichtiger Teil auf der Bühne. Ich habe meist vor ihm gestanden. Oft neben den unvergessenen Olaf, der den Verstärker für Maik einige Minuten vor Beginn angeschaltet hat und seiner Ines.

      Kalle



      ...I See A RAINBOW Rising...
      ...Today Is Only Yesterdays Tomorrow...